4 Gründe, weshalb Ihr Gerät zur Durchführung von Datenrettungen systemeigene SATA-Funktionen unterstützen sollte


27. Januar 2012

Nur weil Ihr Gerät eine SATA-Schnittstelle besitzt, bedeutet dies nicht, dass es eine systemeigene Unterstützung für SATA bietet. Natürlich ist es praktisch, wenn ein Laufwerk ohne einen externen Adapter angeschlossen werden kann, aber das Gerät verwendet vielleicht einen integrierten SATA-IDE-Adapter, oder seine Software bietet vielleicht keine systemeigene Unterstützung für die Schnittstelle.

Lassen Sie sich nicht täuschen – Adapter könnten überall implementiert sein: in einer Hauptplatine, einem dedizierten Hostgerät oder sogar einem SATA-Laufwerk! Tatsächlich waren alle frühen SATA-Laufwerke eigentlich IDE-Laufwerke mit eingebauten SATA-IDE-Adaptern auf ihren Platinen.

Ohne eine systemeigene Unterstützung können Sie die Schnittstelle und ihre zusätzliche Funktionalität und Leistung nicht voll nutzen. Machen Sie also nicht den Fehler, ein Gerät zur Durchführung von Datenrettungen auszuwählen, nur weil es eine entsprechende Schnittstelle hat. Sie sollten vielmehr nach einem Tool suchen, das:

  • alle Funktionalitäten der Schnittstelle nutzt, wie PHY Control (physikalische Ebene)
  • die Leistung des gesamten Systems erhöht, indem es die von der Schnittstelle bereitgestellten höheren Geschwindigkeiten nutzt

Hier die Gründe dafür.


1.  Sie können effektiver Geräte-Resets an instabile Laufwerke senden.

Systemeigene SATA-Funktionen bieten Ihnen einen regulären COMRESET-Befehl, der so effektiv ist wie das IDE-Rücksetzsignal.

Sie erhalten außerdem einen effizienteren Physical Layer Reset (PHY). (Die physikalische SATA-Ebene dient zur Erkennung eines angeschlossenen SATA-Geräts sowie zu Initialisierung von Links). Dieses Reset wirkt wie das Ausstecken des SATA-Kabels aus einem Laufwerk und anschließende Wiedereinstecken ohne das Gerät abzuschalten.

Der Befehl PHY Reset kommt zum Einsatz, wenn ein regulärer Hardware Reset nicht effizient genug ist, um das Laufwerk zum Abbruch eines laufenden Vorgangs zu zwingen, so dass es mit dem nächsten Befehl fortfährt. Mit dem PHY Reset können Sie zusätzliche Zyklen von Neustarts des Laufwerks während der Abbildung vermeiden, was das Risiko eines durch unnötige Neustartvorgänge verursachten vollständigen Laufwerksausfalls minimiert.

Sie können auch einen indirekten Reset des Geräts mithilfe einer dritten Methode durchführen, indem Sie den SATA-Controller zurücksetzen, da die SATA-Initialisierung physikalischer Links auch Reset- und Synchronisierungsphasen umfasst. Diese Art von Reset ist mit IDE nicht möglich, da die Signale in diesem Fall statisch sind.

Diese beiden zusätzlichen Festplatten-Resets, PHY Reset und SATA Controller Reset, können sehr hilfreich sein, wenn der reguläre COMRESET nicht ausreicht, um das Laufwerk ansprechen zu lassen.


2.  Der Abbildungsprozess ist bei bestimmten Laufwerken stabiler.

SATA-IDE-Adapter verursachen eine Reihe von Instabilitätsproblemen, bedingt durch Ineffizienzen bei der Verarbeitung der Laufwerksinitialisierung. Diese Instabilität tritt sowohl bei externen als auch bei eingebauten Adaptern auf.

Das Problem ist, dass die zur Verarbeitung eingesetzte Hardware und Software sehr stark von einem SATA-IDE-Adapter abhängt. Manche Adapter blockieren einfach, wenn sie einen Software Reset auf bestimmten Laufwerken durchführen, was bedeutet, dass das Laufwerk nach einem Neustart nicht mehr anspricht. In diesem Fall scheint das Laufwerk dann in einem Vorgang festzustecken, obwohl das Problem eigentlich beim Adapter liegt.

SATA-IDE-Adapter können während des Hochfahrens auch nicht komplett oder nicht synchron initialisiert werden.

Durch die Verwendung systemeigener SATA-Funktionen vermeiden Sie alle diese Probleme bei der Laufwerksinitialisierung.


3.  Sie erreichen höhere Geschwindigkeiten bei der Schnittstellenübertragung.

Die Kapazität moderner Laufwerke liegt mittlerweile im Terabyte-Bereich, was bedeutet, dass selbst das Kopieren der Daten aus funktionsfähigen Bereichen des Laufwerks viele Stunden dauert.

SATA-IDE-Adapter verlangsamen den Abbildungsprozess aus zwei Gründen:

  • Der höchste PATA UDMA-Übertragungsmodus ist langsamer als die SATA-Übertragungsgeschwindigkeit
  • Einige SATA-IDE-Adapter unterstützen keine UDMA-Modi höher als 4, was 60 MB/s entspricht, während die Datenzugriffsgeschwindigkeit moderner Laufwerke mehr als 100 MB/s beträgt

Beachten Sie, dass die von uns angegebene Geschwindigkeit sich auf die Geschwindigkeit bei der Erstellung eines Datenträgerabbildes von funktionsfähigen Bereichen des Laufwerks bezieht, während die Geschwindigkeit bei der Erstellung eines Datenträgerabbildes von instabilen Laufwerken mit zahlreichen fehlerhaften Sektoren eher von der Fähigkeit des zur Datenrettung verwendeten Abbildungsprodukts zur Handhabung beschädigter Bereiche abhängt als von der Datenübertragungsgeschwindigkeit der Schnittstelle. Die Verarbeitung nicht funktionsfähiger Bereiche mancher Laufwerke kann Tage oder sogar Wochen dauern, wogegen die Abbildung funktionsfähiger Bereiche nur wenige Stunden dauert.


4.  Sie erhalten Diagnosefunktionen über den SATA PHY-Link.

Die SATA-Schnittstelle ermöglicht es Ihnen, eine ausgefallene Platine, Probleme mit der SATA-Schnittstelle sowie in manchen Fällen fehlerhafte Firmware im ROM zu identifizieren.

Hier folgt eine Liste von SATA PHY-Zuständen und mit diesen verbundenen möglichen Problemen:

  1. "Kein Gerät erkannt" (PHY-Zustand 0). Die Platine des Laufwerks ist ausgefallen. Gewöhnlich bedeutet dies einen Ausfall der Schaltkreise für die Stromversorgung, beispielweise aufgrund einer durchgebrannten Sicherung, oder einen Ausfall des Leistungswandler-Chips oder seiner Komponenten.
  2. "Gerät erkannt, aber kein PHY-Link vorhanden" (PHY-Zustand 1). Manche SATA-Pins sind aufgrund fehlerhafter/verrauschter SATA-Kabel oder wegen eines Problems mit dem SATA-Stecker oder der Schnittstellenverkabelung auf der Leiterplatte des Laufwerks nicht ordnungsgemäß angeschlossen.
  3. "Gerät erkannt und PHY-Link vorhanden“ (PHY-Zustand 3). Wenn in diesem PHY-Zustand kein Zugriff auf die ATA-Status-Register möglich ist (also kein BSY- oder DRDY-Zustand erkannt wurde), hat das Laufwerk gewöhnlich Probleme mit der Firmware, wie ein fehlerhaftes ROM oder eine ausgefallene Microcontroller-Einheit.
Diese zusätzliche Diagnosefunktionalität, die mit systemeigener SATA-Unterstützung (d. h. Kontrolle des PHY-Link-Zustands) verfügbar wird, ist besonders hilfreich, um elektronische Ausfälle auf der Leiterplatte des Laufwerks zu identifizieren.


Kurz gesagt, es empfiehlt sich ein Gerät, das systemeigene SATA-Funktionen unterstützt.

Um zu prüfen, ob Ihr Abbildungstool über eine systemeigene Unterstützung der SATA-Schnittstelle verfügt, überprüfen Sie, ob es eine Kontrolle für systemeigene SATA-Funktionen bietet. Beispielsweise sollten Sie den PHY-Zustand eines SATA-Laufwerks sehen und die Art des beim Abbilden des Laufwerks zu verwendenden SATA-Hardware Resets auswählen können.

Beim DeepSpar Disk Imager 4 ist diese Überprüfung nicht notwendig: Der neueste Release bietet jetzt eine systemeigene Unterstützung für SATA-Funktionen. All die mit der systemeigenen SATA-Unterstützung verbundenen Kontroll-, Reset- und Diagnosefunktionen werden Ihnen helfen, SATA-Laufwerke, die verschiedene Arten von Problemen mit dem Auslesen von Festplatten haben, schneller und zuverlässiger abzubilden.